DE Patent 384,150: Rechenmaschine (Deutsche Telephonwerke, one wheel per place)
DEUTSCHES REICH
AUSGEGEBEN
AM 27. OKTOBER 1923
- REICHSPATENTAMT
PATENTSCHRIFT
— Nt 384150 -
KLASSE 42m GRUPPE 13
(D 43247 IX]42m)
Deutsche Telephonwerke und Kabelindustrie Akt.-Ges. in Berlin.
Rechenmaschine.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 24. Februar 1923 ab.
Es sind Rechenmaschinen mit einem Schalt- | wobei das eine der umlaufenden. Glieder leer-
werk vorgeschlagen, bei dem durch Zusammen- | läuft, wenn das andere arbeitet. Rechen-
wirken einer festen und einer einstellbaren | maschinen dieser Art erfordern für jede
Scheibe mehr oder weniger Zähne freigelegt | Schaltwerkstelle zwei Zahnräder, eins zum
5 und von umlaufenden Gliedern erfaßt werden, | Empfang des Antriebes, das eigentliche 10
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Schaltrad, und eines zur Weitergabe des An-
triebes an das Zählwerk. Durch Anwendung
der Doppelräder für jede Stelle wird die Ma-
schine verteuert und in ihren Abmessungen
vergrößert.
Gegenstand vorliegender Erfindung ist eine
Rechenmaschine, deren Schaltwerk für jede
Stelle nur ein Zahnrad erfordert, wodurch die
Mängel der vorerwähnten behoben werden.
In der Zeichnung (Abb. ı bis ı2) sind
die Glieder einer Schaltwerkstelle dargestellt,
von welchen bedeuten:
Abb. 1 einen vollständigen Satz des Schalt-
werkes,
Abb. 2 einen Abschnitt einer Schaltwerk-
stelle in einer besonderen Arbeitslage.
Abb. 3 eine Schaltwerkstelle im Schnitt und
eine in Ansicht,
Abb. 4 und 5 Sperrlagen des Schaltwerkes,
Abb. 6 das Einstellglied,
Abb. 7 die Sperrlage für die Zehnerschal-
tung,
Abb.8 das Einstellglied nach Abb.6 in
Draufsicht,
Abb. g Einschaltglied,
Abb. 10 das Antriebsgliel in Arbeitslage,
Abb. ıı das Antriebsglied mit Sperr-
gliedern,
Abb. 12 das Antriebsglied im Schnitt.
Auf der Achse 1, die in bekaunter Weise
in Umdrehung versetzt wird, sind in eben-
falls bekannter Weise in zusammengehörenden
Sätzen vereint die Schaltglieder befestigt.
Sie bestehen im wesentlichen aus der Mit-
nehmerscheibe 2, dem Zahnrad 3, dem Ein-
stellsegment 4, der Scheibe 5 und den Mit-
nehmern 6 und 7. Die Mitnehmerscheibe 2
ist auf der Achse ı fest verkeilt, auf einem
Ansatz der Nabe trägt sie frei drehbar die
Scheibe 8, auf welcher der innen und außen
gezahnte Ring 3 derart befestigt ist, daß er
die Mitnehmerscheibe iibergreift bzw. die
Mitnehmerscheibe in dem hohlen Zahnrad
läuft, als welches die Scheibe 8 mit dem
Ring 3 zu betrachten ist. Auf einem der
Scheibe 8 entgegengesetzten Ansatz trägt die
Mitnehmerscheibe ebenfalls drehbar das Ein-
stellsegment 4 und die Scheibe 5. Das Ein-
stellsegment 4 ist mit einem gezahnten Seg-
ment 9 verbunden, dessen Griff 10 die Deck-
platte der Maschine durchragt. In die Ver-
- zahnung des Segmentes 9 fällt der Rasthebel
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11, wodurch das Segment in zehn verschie-
denen Lagen, entsprechend den Werten o bis 9,
festgehalten wird. Die neben dem Segment
liegende Scheibe 5 wird in bekannter Weise
festgehalten, sie trägt, wie das Segment 4,
Aussparungen, die derart in bekannter Weise
zueinander in Beziehung stehen, daß die Aus-
sparung der festen Scheibe 5 durch das Ein-
stellsegment 4 innerhalb der Grenzen 9 bis o
' zahnte Segment 9
verkleinert werden kann, was durch das ge-
mit dem Griff ı0 ver-
anlaßt wird. An der Alitnehmerscheibe 2
"sind die beiden Mitnehmerklinken 6 und 7 ge-
:6, 7 der Abb. ı
lenkig befestigt, die durch den Druck der
Feder 12 sich mit dem umgekröpften Ende auf
den Rand der festen Scheibe 5 bzw. Segment 4
legen, deren Peripherie bei Finstellung »0«
einen geschlossenen Kreis bilden, so daß das
andere Ende eines Mitnehmers von dachför-
miger Gestalt auf die Innenverzahnung des
Rades 3 wirkungslos bleibt. Die Mitnehmer
zeigen diese wirkungslose
Lage. Ist hingegen die Aussparung der
Scheibe 5 geöffnet, wie Abb. 2 und 10 zeigen,
legt sich die Umkröpfung in die Aussparung
‚ und das dachförmige Ende in die Verzahnung,
um das Rad 3 so lange mitzunehmen, bis ein
Mitnehmer wieder auf den Rand der Scheibe 5
oder Segment 4 tritt. Diesen Zustand zeigen
Abb. 10, wo der Mitnehmer inmitten seiner
Tätigkeit ist und Abb. 2, wo er im Begriff ist,
sich auszulösen: desgleichen Abb.5 in ent-
gegengesetzter Arbeitsrichtung. Durch den
Sperriegel ı3, der in die Außenverzahnung
; greift, wird das Zahnrad 3 in seiner Ruhe-
lage gehalten. Die Außenverzahnung greift
: in die Räder 14 des Zählwerkes, um diesem
: die empfangenen Werte abzugeben.
Wenn, wie üblich. mit großer Geschwindig-
' keit die Räder 3 angetrieben werden, genügt
. die Bremswirkung des Sperriegels 13 nicht,
die Trägheit aufzufangen. Um diese wir-
kungslos zu machen, sind die Klinken 15, 16
vorgesehen, die pendelnd und unter der Wir-
kung einer Zugfeder stehend, mit der Mit-
ı nehmerscheibe 2 derart verbunden sind, «daß
sie nach der einen Seite umknicken können,
nach der anderen hingegen feststehen. Wie
je ein Mitnehmer für die Rechts- und Links-
drehung vorgesehen ist, ist auch von den
Sperrklinken 15, 16 je eine für eine Dreh-
richtung bestimmt. Im Zusammenhang mit
den Sperrklinken arbeiten die Sperrhebel 17,
18, von welchen 17 einen festgelagerten Dreh-
punkt, 18 hingegen einen verstellbaren hat,
er ist mit dem Einstellsegment 9 verbunden
und nimmt an dessen Bewegung mit teil.
Findet eine Drehung entgegengesetzt dem
Uhrzeiger nach Abb. 5 statt, so tritt in dem
Augenblick des Austretens des Mitnehmers 6
aus der Innenverzahnung des Zahnrades 3 die
Sperrklinke 16 unter die kreisférmige Bahn
des Sperrhebels 17 und drückt dessen Ende
13 in die Verzahnung, um ihn in der Sperr-
lage eine Weile festzuhalten, bis die Trägheit
zur Ruhe gekommen. Findet jedoch eine
Drehung im Sinne des Uhrzeigers statt, wie
in Abb. 2 und 4 dargestellt, tritt die Sperr-
klinke 15 unter den Sperrhebet 18 und drückt
dessen Ende 19 in die Verzahnung, gleich-
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gültig, in welcher Lage der Hebel 18 infolge
der lage des Einstellsegmentes 9 sich be-
findet. Die Klinke 15 und das bezügliche Ende
des Hehels 18 liegen in einer Ebene, aber in
einer anderen, wie die Klinke 16 und der
Hebel 17, die wiederum in einer und derselben
Ebene liegen. Demgemäß bleibt die Klinke
16 auf den Hebel 18 und die Klinke 15 auf
den Hebel 17 wirkungslos. Die Klinke 15
und der Hebel 18 sind nämlich gekröpft
(Abb.4, 12).
troffen, damit, wenn in der einen Drehrichtung
! die einer Reihe von Schaltwerksätzen ange-
Diese Maßnahmen wurden ge- °
gearbeitet wird, die für die andere bestimm- |
ten Sperrungen nicht in Erscheinung treten
und umgekehrt. Um aber auch zu erreichen,
daß korrespondierende Hebel und Klinken,
wie 15 und 18, 16 und 17, nicht auch sperren,
wenn die für sie bestimmte Drehrichtung um-
gekehrt wird, sind die Sperrklinken 15, 16 der-
art knickbar angeordnet, daß, wenn ein Sperr-
hebel von der anderen Seite getroffen wird,
die Klinke umknickt. Nach Abb. 4 tritt die
Klinke bei Rechtsdrehung unter den Hebel 18
und sperrt, nach Abb. 7 legt er sich jedoch bei
Linksdrehung um und bleibt wirkungslos.
Die Zehnerschaltung kommt dadurch zu-
stande, daß sie in bekannter Weise durch
Freilegung des Ausschnittes 20 vorbereitet
wird. In den Ausschnitt 20 legt sich das um-
gebogene Ende eines Mitnehmers 6 oder 7,
je nach Drehrichtung, um das Rad 3 um einen
Zahn zu verstellen. Nach erfolgter Verstel-
lung wird ebenfalls Trägheitswirkung auf-
treten, die auch zu beseitigen ist. Das wird
dadurch erreicht, daß eine der Sperrklinken 15
oder 16, wiederum je nach Drehrichtung, nach °
erfolgter Verstellung des Rades 3, das mit
dem Rad 2 in Verbindung steht, den Sperr-
hebel 22 in die Verzahnung des Rades 21
drängt und dadurch schließlich das Rad 3 fest-"
hält (Abb.7). Um auch hier für eine und
dieselbe Drehrichtung nur die zugeordnete
Klinke wirken zu lassen, knickt die nicht zu-
geordnete beim Auftreffen auf den Hebel 22
um (Abb. 4 und 5).
Zur Sichtbarmachung der Einstellung des
Segmentes 4 treibt das Zahnsegment 9 mit-
tels des Zwischenrades 23 das Zahnrad 24 an,
mit welchem das Zifterrad 25 verbunden ist.
Auf das Zwischenrad 23 wirkt die Feder 26
derart ein, daß sie das Segment 9 stets in die
Nullage und den Griff 10 gegen einen An- |
schlag treibt, wenn der Rasthebel 11 ausge-
löst wird. Auf eine Reihe dieser Rasthebel,
hören, wirkt die Universalklappe 27 ein, die
durch den Stift 28 dann betätigt wird, wenn
sich sämtliche Einstellseginente 4 in ihre
Nullage begeben sollen.
PATENT-ANSPRÜCHE:
I. Rechenmaschine, gekennzeichnet
durch cin Schaltwerk, das für jede Stelle
der Maschine ein einziges Zahnrad (3)
mit Außen- und Innenverzahnung auf-
weist, in welch letztere Mitnehmer (6, 7)
greifen, die in bekannter Weise durch
eine feste Scheibe (5) und ein
stellbares Segment (4) gesteuert werden,
um das Zahnrad (3) entsprechend der
Einstellung des Segmentes in der einen
oder andern Richtung zu drehen, wobei
nach Beendigung der Wirkung der Mit-
nehmer (6, 7) diesen nacheilende Sperr-
klinken (15, 16) Sperrhebel (17, 18) be-
tätigen, um die Trägheit aufzuheben und
die Sperrklinken (15, 16) so angeordnet
sind, daß sie für die eine Drehrichtung
wirkungslos werden, wenn sie in der an-
dern arbeiten.
2. Rechenmaschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß nach voll-
endeter Zehnerschaltung die für die Sper-
rung des Rades (3) vorgesehenen Sperr-
klinken (15, 16) einer Sperrhebel (22) in
die Sperrlage treiben, um das Rad (3) am
Weiterschwingen zu hindern.
3. Rechenmaschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß für die eine
Drehrichtung ortsfeste Sperrhebel (17),
die zugleich als Sperrklinke (13) wirken,
während für die andere Drehrichtung wan-
dernde, am Einstellglied (9) angebrachte
Sperrhebel (18) vorgesehen sind.
4. Rechenmaschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß. das einstell-
bare Segment (4) mit einem Zahnsegment
(9) in Verbindung steht, das ein Ziffer-
rad (25) antreibt, um die Stellung des
Segmentes (4) kenntlich zu machen und
das Zahnsegment (9)' derart festgehalten
wird, daß es der Wirkung einer Feder
(26) widersteht, aber von Hand nach
beiden Richtungen verstellt werden kann
und nach Auslösung des festhaltenden
Gliedes (11) vermöge der Feder (26) in
die Nullage getrieben wird.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen. -
BERLIN. GEDRUCKT IN DER REICHSDRUCKEREL
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Zu der Patentschritt 384150
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Zu der Patentschrift 584150
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