DE Patent 367,726: Rechenmaschine (Deutsche Telephonwerke, the switching latch)
DEUTSCHES REICH
AUSGEGEBEN
AM 25. JANUAR 1923
REICHSPATENTAMT
PATENTSCHRIFT
— M 367726 —
KLASSE 42m GRUPPE 9
(M 71350 IX]42m)
nenn ——n
Deutsche Telephonwerke G.m.b.H. in Berlin.
Rechenmaschine.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 24. Oktober 1920 ab.. -
Gegenstand der Erfindung ist eine Rechen- | gestalten. Es wind ferner erreicht, daß ein
maschine, bei welcher an Stelle ıder für (das normaler Zahneingriff zwischen Schalt- und
Schaltwerk einer Rechenmaschine vielfach | Zählwerk auftritt, um der Maschine einen
angewandten Sprossenräder gewöhnliche | möglichst geräuschlosen Gang zu geben, und
5 Zahnräder treten, deren Drehwinkel durch daß schließlich zur Erzielung eines leichten
einstellbare Scheiben geregelt wird, wobei Ganges die Zählwerkglieder “nicht plötzlich,
die Scheiben beim Arbeiten der Maschine sondern nacheinander "angetrieben werden.
feststehen und dadurch die Möglichkeit bie- Die Erfindung ist durch die Abb. 1 bis’ Tr
. ten, ihre Stellung in Schaulöchern abzulesen. dargestellt, von "weichen
to Zweck der Erfindung ist, die Schaltwerk- Abb. 1 das angetriebene und ein Stück des :
glieder fiir die Massenherstellung geeignet zu | antreibenden Rades darstellt. _
15
20
wn
10
15
20
25
30
35
40
45
50
55
60
to
367726
Abb. 2 zeigt die bewegliche und die feste ; dazu bestimmt, die Aussparung der Scheibe 8
Schaltscheibe aufeinandengelegt.
Abb. 3 zeigt sämtliche Glieder einer Stelle |
des Schaltwerkes im Schnitt.
:Albb. 4 stellt die Antriebsscheibe mit den
beiden Antriebgliedern dar.
Abb. 5 zeigt die feststehende Schaltscheibe.
‘Abb. 6 zeigt das anzutreibende und an-
treibende Zahnrad auf einer Nabe.
Abb. 7 stellt sämtliche Antriebsscheihen
mit Antriebgliedern nach Abb.4 auf eine
Achse gereiht dar.
‘Abb. 8 ist die bewegliche Schaltscheibe.
Abb. 9 ist die Antriebsscheibe gemäß
Abb. 4 mit Nabe, von der Seite gesehen.
Abb. 10 stellt im wesentlichen die Seiten-
ansicht einer Schalt- und Zählwerkstelle dar.
Abb. 11 ist ein Einzelteil.
Auf der in bekannter Weise drehbaren
Achse ı sind so viele Sätze von aus Rädern
und Scheiben bestehenden Gliedern gereiht,
wie das Schaltwerk Stellen hat. Jeder Satz
(Abb. 3) setzt sich folgendermaßen zu-
sammen: ®
Die Antriebsscheibe 2 sitzt fest auf der
Nabe 3, welche durch einen Federkeil wie-
derum fest auf der Achse ı sitzt. Auf der
Nabe 3 ist drehbar die Nabe 4, welche die.
beiden Zahnräder 5, 6 aufnimmt, derart, daß
sie undrehbar und um ?/, Zahn gegeneinander
versetzt sind. Auf dem ‘Ansatz 7 der Nabe 4,
also zwischen den beiden Rädern 5, 6, sind
drehbar zwei dünne Scheiben8,9 gelagert.
Durch den Bund 10 und den Zwischenlag-
ring 11 sind die Abstände der einzelnen Teile
eines Satzes gesichert.
Die Scheibe2 nimmt mit an den Drehun-
gen der Achse ı teil, sie dient zum Antrieb
der Doppelräder 5, 6, was mittels der Schalt-
klinken 12, 13 geschieht. Diese Klinken
halben die Gestalt eines Winkelhebels, dessen
einer Arm nach rechts, der andere nach links
umgekröpft ist (Abb. 3). Das den Rand der
Scheibe 2 überragende abgekröpfte Ende liegt
im allgemeinen unter dem Druck der Feder 14
auf dem Rand der Scheiben 8, 9, deren Radius
so bemessen ist, daß die Scheiben die Zähne
des Rades 5 ein geringes überragen, so daß
von einer Klinke, wenn sie auf dem Rand der
Scheibe gleitet, kein Zahn erfaßt wind. Das
dem Mittelpunkt der Scheibe zugekehrte Ende
durchdringt in einem Loch mit seiner Kröp-
fung die Scheibe, auf der Kröpfung liegt die
Feder 14. Die Scheiben 8, 9 liegen unmittel-
bar neben dem Zahnrade 5, und zwar diesem
zunächst die Scheibe 8, Wie die Abb. 5
zeigt, weist die Scheibe8 zwei einander
gegenüberliegende Aussparungen auf, die
größere legt neun und die kleinere einen Zahn
des Rades 5 frei. Die Scheibe 8 ist fest-
stehend, 9 hingegen einstellbar. Letztere ist
so zu verkleinern, daß 9,8... o Zähne frei-
gelegt werden (in Abb. 2 5 Zähne). Wenn
- eine Klinke ı2 nicht mehr auf der einen
Scheibe liegt, liegt sie auf der anderen, so
lange, Ibis sie, dem Druck der Feder folgend,
von der Rundung einer Scheibe abgleitet und
sich in die Verzahnung des Rades 5 legt und
dieses so weit mitnimmt, bis die Rundung
der anderen Scheibe die Klinke wieder aus
den Zähnen herausdrängt. In Abb. 2 ist der
Zustand gezeigt, wo die Klinke 12, im Sinne
des Uhrzeigers bewegt, sich hinter einen Zahn
legt. Diese Drehrichtung möge eine Addi-
tion herbeiführen. Wird die Scheibe 2 um-
gekehrt gedreht, eine Subtraktion ausgeführt,
so nimmt die Klinke 13 das Rad 5 mit; die
Klinke ı2 gleitet alsdann wirkungslos über
die Zähne wie vorher 13.
Um durch Einstellung der Schaltscheibe 9
o bis 9 Zähne in den Wirkungskreis der
Klinken 12 und 13 zu bringen, kann. die
Scheibeg verschiedene Lagen o bis 9 ein-
nehmen, in welchen sie durch iden Sperr-
stift 15, der in einen Arm des Winkelhebels 16
genietet ist, festgehalten wird. Der Winkel-
hebel 16 steht unter der Wirkung der
Feder 17, vermöge welcher er mit seinem
Stift in die Sperrzähne 18 der Scheibe 9
greift, sie in den verschiedenen Lagen zum
Einschnappen bringt und gegen unbeabsich-
tigte Verstellung sichert.
Um die Scheibe 9 während des Arbeitens
der Maschine gegen jede Verstellung zu
sichern, ist noch folgende Einrichtung ge-
troffen, die aus Abb. 10 ersichtlich ist.
Unter sämtlichen horizontalliegenden Ar-
men der Winkelhebel 16 ist, quer durch die
ganze Maschine reichend, die Universal-
klappe 19 drehbar angebracht. In der Ruhe-
lage der Maschinenantriebkurbel gestattet die
Klappe den Winkelhebeln freies Spiel; wird
aber die Kurbel im der einen oder anderen
Richtung gedreht, so bringt das auf der An-
triebsachse befestigte Scheibenstück 20 den
zweiarmigen Hebel2ı zum Schwingen, wo-
durch tdlessen unterer Arm die Klappe 19
unter die horizontalen Arme der Winkel-
hebel 16 legt, so daß sie nicht mehr schwingen
können und demnach die Verstellung der
Scheibenig unmöglich ist. Nimmt die Ma-
schinenkurbel ihre normale Lage wieder ein,
so tritt die Klappe ig, veranlaßt durch eine
nicht gezeichnete Feder, wieder aus dem Be-
reich der Hebel 16 heraus, so daß in dieser,
der gezeichneten Lage, Einstellungen vor-
genommen werden können. Der Stift 15 des
Winkelhebels 16 ragt in ein Langloch 22 der
Scheibe 8 hinein, wodurch diese am Drehen
gehindert wird und immer ihre zugewiesene
Lage behält. Damit der Stift ı5 beim Aus-
65
70
75
80
85
90
95
100
105
110
115
120
10
15
20
25
30
35
40
45
50
55
367726. 3
gleiten aus der Verzahnung gelegentlich der
Einstellung der Schaltscheiben 9 Spiel hat,
ist das Langloch gewählt.
Die Scheibeg wird mittels des Einstell-
griffes23 geschaltet, sein Hals durchdringt
in bekannter Weise in Schlitzen die Deck-
platte der Maschine und ist auf Kennzeichen
einstellbar. Die Stellung der Einstellgriffe
ist bekanntlich im allgemeinen zickzackartig,
welche Gruppierung die Ablesung des zur
Einstellung gekommenen Wertes erschwert.
Um diese geradlinig in Schaulöchern vor-
nehmen zu können, ist nach Abb. 1, 2 und 3
mit jeder Scheibe.g ein bezifferter Bügel ver-
sehen, dessen Bezifferung durch in der Deck-
platte angebrachte Schaulöcher lesbar ist.
Die feststehende Scheibe 8 zeigt gegenüber
ihrer größeren Aussparung eine kleinere, 27,
diese Aussparung, eine Kerbe, vermittelt die
Zehnerübertragung. Sie ist im allgemeinen
verdeckt, und zwar durch das obere Ende eines
pendelnden Hebels 28 (Abb. 10), welches sich
der Peripherie der Scheibe 8 anschmiegt und
mit seinem umgekröpften Kopf unmittelbar
neben der Scheibe8 liegt. Beim Übergang
einer Ziffer des Zählrades 29 von 9 auf o oder
umgekehrt, wird in bekannter Weise der He-
bel 30 nach der Achse ı hin gedrängt. Hier-
bei stößt er auf den in idem Hebel 28 befestig-
ten Stiftzı und drängt dadurch auch diesen
Hebel nach der Achseı hin, wodurch die
Kerbe 27 freigelegt ist und damit auch ein
Zahn 28°, der nunmehr von einem der Klin-
ken 12 oder 13 erfaßt werden kann, je nach-
dem, ob rechts- oder linksherum gedreht wird.
Die Klinken 12 und 13 erfüllen also einen
doppelten Zweck, sie übermitteln die einge-
stellten Werte und auch die Zehner. Die
‘Kiinken 12, 13- sind auf den Antriebsscheiben
von Stelle zu Stelle um einen gewissen Winkel-
wert versetzt, so daß, wenn alle Scheiben 2
mit den Klinken auf einer Achse sitzen, das
Bild nach Abb. 7 entsteht; in der Längsrich-
tung der Achse gesehen, bilden die Klinken 12
und 13 rechts und links laufende Spiralen. Die
Hebel 28 sind so gruppiert, daß, wenn eine
Zifferrolle der niederen Ordnung von 9 auf o
geht, eine Kerbe 27 einer ‚Scheibe 8 der
nächsthöhleeren Ordnung geöffnet wird.
Wenn sich die Maschinenkurbel ihrer Ruhe-
lage nähert, trifft der an Antnidbsscheibe 2
sitzende Wulst 32 auf den schon genannten
Stift 31, drängt dadurch den Hebel 28 wieder
nach außen und verschließt die Kerbe 27, wo-
durch eine weitere Zehnerübertragung ausge-
schlossen ist. Damit der Hebel 28 in seine
beiden Lagen einspringt und gehalten wird, ist
er an seinem unteren Ende mit zwei Kerben
‚schwingen kann.
Wulst 32 der Abb. 10 zeigt seine Stellung in
. plikator handelt, anzeigen.
und Ansätzen versehen. In die Kerben tritt
ein Fiederbolzen. Die Ansätze dienen als An-
60
schläge, sie sorgen dafür, daß der Hebel in
der einen oder anderen Richtung nicht weiter-
Der punktiert gezeichnete
der Ruhelage der Maschinenkurbel, diejenige
Lage, in welcher die Zehnerübertragung rück-
gängig gemacht ist.
65
Es ist ersichtlich, daß die eingestellten Rä-
der 5, 6 die eingestellten Werte samt Zehner-
übertragung aufnehmen; eine unmittelbar an
den Rädern angebrachte Bezifferung würde
bereits ein Rechnungsergebnis, sofern es sich
um Multiplikationen mit einstelligem Multi-
Für bloße Addi-
tionen und Subtraktionen genügte also das
Schaltwerk allein in der obenibeschriebenen
Art, ohne, wie sonst allgemein üblich, eines
Zählwerkes zu bedürfen. Ein solches ist hier
nur erforderlich, wenn es sich darum handelt,
Multiplikationen oder Divisionen iin mehreren
Stellen auszuführen, wenn gemäß dem schrä-
gen Untereinanderschreiben beim schriftlichen
Rechnen die Einer- zu den Zehner-,!Hunderter-
werten usw. addiert werden, wozu bekanntlich
ein verschiebbares Zählwerk erforderlich ist.
Zum Zwecke der Sicherung der Lage der Rä-
der 5, 6 greift in die Zähne des Rades 6 ein
nicht gezeichneter Sperrhebel, der in bekann-
ter Weise ankerartig ausgebildet ist.
PATENT-ANSPRÜCHE:
1. Rechenmaschine, gekennzeichnet durch
ein Schaltwerk, dessen Stellen aus einem
Zahnradpaar (5, 6), einer eine stets gleiche
Anzahl Zähne des einen Zahnrades (5)
dauernd abdeckenden festen Scheibe (8)
und einer einstellbaren, eine bestimmte
Anzahl Zähne des Zahnrades (5) in-be-
kannter Weise abdeckenden Scheibe (9)
sowie aus zwei antreibenden Gliedern
(12, 13) bestehen, welch letztere bei einer
Umldrehung der Maschine im vollen Kreise
über die Peripherie des Rades (5) in bei-
den Drehrichtungen, je nach Subtraktion
oder Addition, geführt werden, wobei das
eine Glied leer läuft, wenn das andere ar-
beitet, und die Glieder (12, 13) so von
Stelle zu Stelle verteilt sind, daß sie nach-
einander zur Wirkung kommen.
2. Rechenmaschine, dadurch, gekenn-
zeichnet, daß im Falle einer Zehnerüber-
tragung ein im allgemeinen gegen eine
solche abgeschlossener Zahn eines Schalt-
werkgliedes (5) befreit und nach vollende-
ter Zehnerübertragung wieder abgeschlos-
sen wird.
tlierzu ı Blatt Zeichnungen.
BERLIN. GEDRUCKT IN DER REICHSDRUCKEREI,
70
75
80
85
go
95
100
105
110
115
Zu der Patentschrift 367726
. Ki.42m Gr.9
f Zig 7 DA spy - :
I LG 32 5 at) ==
oon chp @ a Ay _
>72 => 7, ib, | |
am . |
PHOTOGR. DRUCK DER REIC!
Zu der Patentschrift 367726
Kl.42m Gr.9
ZU
SDRUCKEREL